3:0. Die Zahl stimmt, die Geschichte dahinter nicht ganz.
Großengersdorf trifft dreimal – Trenz in der 3., Tichy in der 38., Hann in der 42. Minute – und geht mit einer komfortablen Führung in die Pause. Trainer Patrick Groher sollte zufrieden sein. Ist er nicht. „Stolz auf die Leistung brauchen wir nicht sein. Unterm Strich zählen die drei Punkte – aber es war kein gutes Spiel von beiden Seiten.“
Wer Groher an der Seitenlinie beobachtet hatte, wusste das: Er rief immer wieder in Richtung seiner Mannschaft: „Jetzt spielen wir mal Fußball!“ Die Botschaft dahinter ist eindeutig. „Wir sind die besseren Fußballer und haben es nicht gemacht. Wir haben keine Ballbesitzphasen gehabt, den Gegner nicht laufen lassen, Hektik gespielt und beim zweiten, dritten Kontakt den Ball verloren.“ Großengersdorf war praktisch nie im Spiel – und gewann trotzdem. „Ich weiß nicht, ob das Sprichwort ‚Ein Pferd springt hoch, wie es muss‘ wirklich so ist, aber es scheint so.“
Auf der anderen Seite steht Marco Brank – und der klingt wie jemand, der gewonnen hat. „Das Ergebnis schaut schlimm aus, aber die Leistung war gut heute. Wenn man das Ergebnis ausklammert, waren wir die bessere Mannschaft.“ Gaweinstal presste hoch, spielte durchs Zentrum und hatte ihre große Möglichkeit beim Stand von 0:1 – der Ausgleich wurde vergeben. „Wenn wir diese Chance nutzen, gehe ich davon aus, dass wir wahrscheinlich in Führung gehen. Aber wir haben es leider nicht geschafft.“ Stattdessen fielen das 0:2 und das 0:3 innerhalb von vier Minuten noch vor der Pause – alle drei Tore entstanden aus Konter- und Umschaltsituationen. In der zweiten Halbzeit, in der Gaweinstal laut Brank besser war, fiel kein Tor mehr.
Erschwerend: Gaweinstrals Kapitän fehlt seit der Vorwoche verletzt. „Der Dani hätte uns als Mannschaft sicher geholfen. Ob er an die drei Tore irgendwas ändern könnte – das ist fraglich.“
Dass beide Trainer die Leistungen ähnlich sahen, ist bemerkenswert. Groher bestätigte Matthias gegenüber sogar im Gespräch: Auch er selbst wisse, dass seine Mannschaft nicht gut gespielt habe.
Gesprochen wurde auch über Schiedsrichterin Lara Anderson – eine der wenigen Frauen, die in der 1. Klasse Nord leiten. Groher lobt: „Sie hat kaum Fehler gemacht. Absolut in Ordnung.“ Brank hingegen hält sich bedeckt: „Offiziell möchte ich das nicht kommentieren.“ Mehr braucht es nicht zu sagen.