Ergebnis und Spielverlauf erzählen zwei verschiedene Geschichten. 3:0 für Asparn/Zaya gegen SC mapo Marchegg – aber das täuscht über eine erste Halbzeit hinweg, in der Asparn erhebliche Probleme hatte.
Asparn-Trainer Mario Konrad spricht offen: „Die erste Halbzeit war nicht gut. Marchegg hat das wirklich gut gemacht – wir haben Probleme gehabt.“ Die Gäste pressten früh mit bis zu drei Angreifern, störten Asparns Spielaufbau konsequent und kamen selbst zu Chancen. Asparn hatte zwar viele Eckbälle, zog aber nichts daraus. „An die Leistung von letzter Woche haben wir nicht anknüpfen können“, sagt Konrad. Der Kopf sei in der ersten Halbzeit schlicht nicht dabei gewesen.
Auf der anderen Seite hadert Thorsten Chalek – Obmann von Marchegg, der an diesem Tag als Trainer einsprang, weil der reguläre Coach im Urlaub war – genau mit diesen vergebenen Möglichkeiten: „Ein Stürmer von fünf Metern, ganz alleine, ohne Bedrängnis aufs Tor. Dann fast ein Eigentor des Gegners durch einen verunglückten Rückpass. Dann ein Corner, der in Zentimetern an die Stange geht. Wenn du auswärts gegen so einen Gegner drei, vier Top-Chancen hast und kein Tor schießt, wird es halt schwierig.“
In der Pause handelte Konrad: Er brachte Marcus Hosp, der nach einer Krankheit zurückgekehrt war. „Er hat uns die nötige Ruhe und Qualität im Spielaufbau gegeben.“ Gleichzeitig hatte Konrad für den Anpfiff der zweiten Halbzeit einen klaren Plan: sofort Druck machen. „Wir sind voll mit Druck rausgekommen und haben den Anstoß gleich offensiv vorgespielt.“ Es funktionierte sofort – nach einer Kombination traf Pipal in der 46. Minute zum 1:0.
Chalek schildert die Entstehung des Tores ernüchtert: Ein weiter Abschlag, Holzreiter köpft das Leder weg – es prallt vom Rücken des eigenen Mitspielers Simlovic ab und landet beim Torschützen. „So startest du halt.“ Das 2:0 fiel durch Velecky – für Chalek keine Überraschung: „Der ist halt einer der besten Stürmer der Liga. Der haut den Volley aus fünf, sechs Metern unter die Latte.“ Den Schlusspunkt setzte Kauer nach einem weiteren Marchegg-Eigenfehler im Spielaufbau.
Für Konrad war die zweite Halbzeit dann das Bild, das er sich vorgestellt hatte: „Verdient und souverän in der Höhe gewonnen.“ Dazu kehren mit Tomas Mrkvica und Hosp zwei Spieler nach Verletzung beziehungsweise Krankheit zurück. „Die haben Qualität – die sind relativ schnell wieder auf ihrem Niveau.“
Chalek zieht ein ehrliches Fazit: Marchegg habe gegen Kronberg und Asparn – beide für ihn Titelanwärter – ordentlich mitgehalten, die Chancen aber nicht genutzt. Und in den Wochen davor, gegen vermeintlich leichtere Gegner, habe man die Punkte liegenlassen. „Das war der Totalaussetzer.“ Der Druck wächst: Die Liga ist ausgeglichen, viele Teams stehen bereits bei sechs Punkten. „Jetzt müssen wir irgendwann bald punkten, weil sonst wird der Abstand relativ groß.“