„Ich weiß nicht, was passiert ist."

Verein

USC Kronberg

Datum

13.8.2026

Er wacht am Boden auf, umringt von Leuten. Was davor passierte, weiß er bis heute nicht.

„Ich weiß nicht, was passiert ist“ – Adrian Rabo spricht erstmals über den Moment, der alles veränderte

Die ganze Liga weiß, dass Adrian Rabo verletzt ist. Viele darüber hinaus auch. Dass er operiert wurde. Dass er monatelang fehlen wird. Was niemand weiß – was Rabo selbst nicht weiß – ist, was in Minute 45 wirklich passiert ist.

Er kann sich nicht erinnern.

Nicht an den Zweikampf. Nicht an den Aufprall. Nicht an den Sturz. Die letzten Minuten vor dem Zusammenstoß mit Natapong Prompa vom SC Kreuttal existieren für Adrian Rabo schlicht nicht mehr. Was in dieser Zeit geschah, weiß er nur aus den Erzählungen anderer – und die stimmen nicht immer überein.

„Ich war weg“, sagt er. „Als ich wieder zu mir gekommen bin, lag ich am Boden und um mich standen viele Leute.“

Knapp eine Minute Bewusstlosigkeit. Betreuer kamen, der Schiedsrichter sah keine andere Wahl: Spielabbruch. Stand: 0:1.

Was sich aus den Berichten der Augenzeugen zusammensetzen lässt: Der Ball sprang auf. Rabo wollte ihn verarbeiten. Prompa kam von der Seite, der Kontakt traf irgendwo Richtung Schläfe. Dann war Rabo weg. Beide Spieler trugen Platzwunden davon – Rabo zusätzlich an der Schläfe.

Ob es so war, kann er nicht bestätigen. Es ist die Version, die am häufigsten erzählt wird. Mehr hat er nicht.

Die Diagnose, die danach kommt, ist unmissverständlich. Sämtliche Bänder, die das Schlüsselbein nach unten halten, sind gerissen. Das Schlüsselbein wandert nach oben – ein Bild, das Rabo selbst als „übel“ bezeichnet. Gelenksprengung. Am 31. Juli die Operation, die zum Zeitpunkt dieser Ausgabe bereits hinter ihm liegt.

Danach: sechs Wochen Grundheilung. Weitere sechs Wochen Stabilisierung. Drei Monate ohne Kontaktsport. Rabo, der nach eigener Aussage jede Spielminute liebt und schnell „angefressen“ ist, wenn er nicht durchspielen kann, wird warten müssen.

Böse ist er niemandem.

Das ist vielleicht das Überraschendste an diesem Gespräch. Kein Vorwurf gegen Prompa, kein Groll nach einem der schwersten Momente seiner sportlichen Laufbahn. „Ich kenne mich selbst als harten Spieler“, sagt Rabo. „Zweikämpfe gehören dazu. Da passiert sowas. Ich sehe da keinen böswilligen Akt.“

Was ihn beschäftigt, ist etwas anderes.

Der USC Kronberg Sommer Cup war kein beliebiges Turnier. Kronberg war Gastgeber, die Mannschaft hoch motiviert, der Cup ein echter Anspruch. Dass es so endete – abgebrochen, offen, unfertig – ist für Rabo schwer zu akzeptieren. Aber das 0:1 gilt für ihn nicht.

„Wenn nicht zu Ende gespielt wurde“, sagt er, „ist für mich nie verloren.“

Wie es weitergeht, bestimmt die Physiotherapie. Rabo plant jeden Schritt, denkt über frühe Mobilisation nach, über Radfahren, über Bewegung, sobald es möglich ist. Er ist kein Spieler, der stillsitzt

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