Er hat im Dezember als Spieler aufgehört, im Mai eine Operation hinter sich gebracht — und stand vor dem Sommerurlaub plötzlich vor einer neuen Aufgabe. Der Obmann-Stellvertreter rief an, fragte ob er sich vorstellen könnte, Trainer zu werden. Michael Grill sagte Ja. Zwei Wochen später war es fix.
Sein erstes Spiel: Kronberg. Einer der härtesten Auftakte die man sich vorstellen kann. „Die wollen oben mitspielen“, sagt Grill über den Gegner — aber seine Mannschaft habe gehalten. Durch die erste Halbzeit liefen die Marchegg-Spieler das ab, was sie sich vorgenommen hatten. Chancen waren da, wurden nicht genutzt. Dann die zweite Halbzeit: ein abgefälschtes Tor, ein Treffer ins Kreuz — und innerhalb von sieben Minuten drei Gegentreffer. „Dann ist die Partie vorbei gewesen.“ Trotzdem kämpfte Marchegg bis zur Nachspielzeit. „In der Mannschaft steckt sicher noch mehr drinnen.“
Was nach der Partie auffiel: Kronberg-Trainer Felix Wallner lobte Grill und sein Team ausdrücklich — trotz des klaren 3:0. Für einen Trainer der erst eine Woche im Amt war, ist das keine Selbstverständlichkeit.
Gegen Auersthal will Grill nun genau dort anknüpfen, wo Marchegg in der ersten Halbzeit gegen Kronberg stark war: Zweikampfstärke, frühes Stören, Tempo. „Wenn wir das umsetzen, können wir gegen jeden Gegner bestehen.“