Früher Befreiungsschlag
Das Freitagsspiel war früh entschieden. In der 5. Minute traf Fritsch zum 1:0, in der 15. Minute legte Mayr das 2:0 nach. Manuel Lang coacht Bad Pirawarth, solange Cheftrainer Philipp auf Urlaub ist. Für ihn war der frühe Treffer ein „Befreiungsschlag“. „Wir haben das komplett umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, sagt Lang. Seine Mannschaft habe Marchegg über weite Strecken gar nicht ins Spiel kommen lassen, vor allem bei den Zweikämpfen: „Bei den aggressiven Zweikämpfen hat das super gepasst.“
Marchegg-Trainer Michael Grill reagierte schon in der ersten Halbzeit. Nach dem 0:2 nahm er einen Stürmer vom Platz, brachte einen anderen (34., Galip Turan für Stroncer) und stellte auf 4-4-2 um. „Danach war es ein bisschen besser, aber auch nicht viel besser“, sagt Grill. Mit 2:0 für Bad Pirawarth ging es in die Pause.
Gelb-Rot bremst Marchegg zusätzlich
Nach dem Seitenwechsel versuchte Marchegg laut Lang anfangs etwas. Grill sagt, seine Mannschaft sei zu „zwei, drei Chancen“ gekommen, „keine 100-prozentigen“. In der 59. Minute sah Holzreiter Gelb-Rot. Die erste Gelbe hatte er zwei Minuten davor für Kritik bekommen, die zweite gab es für ein Foul. Das Reden mit dem Schiedsrichter nennt Grill ein „sehr leidiges Thema bei uns“.
In Überzahl machte Bad Pirawarth weiter. Sezen traf in der 64. Minute zum 3:0. In der Nachspielzeit schoss Bucher, der erst in der 80. Minute gekommen war, das 4:0. Lang wechselte ab der 66. Minute, in der 80. Minute brachte er drei Spieler auf einmal. Seine Mannschaft hätte aus seiner Sicht noch höher gewinnen können.
Grill: „Von A bis Z schwach“
Warum es bei Marchegg nicht lief, kann Grill selbst nicht genau sagen. „Kämpferisch und einstellungsmäßig die schlechteste Leistung“, lautet sein Urteil. Einen Grund sieht er vielleicht darin, dass am Freitagabend gespielt wurde und die Spieler direkt von der Arbeit kamen. Sicher ist er sich nicht. Einzelne Spieler nimmt er von der Kritik nicht aus: „Die Mannschaft war von A bis Z schwach.“ Dem Gegner zollt er Respekt: Bad Pirawarth habe sehr gut Fußball gespielt. Die Stimmung in der Mannschaft sei trotzdem sehr gut. Für Grill war es das erste Spiel, mit dem er gar nicht zufrieden ist.