Eine Halbzeit lang lief für den USV Hauskirchen 1950 am Freitagabend alles nach Plan. Danach lief gar nichts mehr. Am Ende stand ein 3:3, das sich auf beiden Seiten völlig verschieden anfühlt.
Hauskirchen musste umbauen. Abwehrchef Radim fiel aus, zwei, drei Spieler standen auf Positionen, die nicht ihre gewohnten sind. Klaus, normalerweise Außenverteidiger, spielte innen, ein Sechser rückte erstmals in die Innenverteidigung. In der ersten Halbzeit fiel das nicht ins Gewicht. Stefan Zeiner traf in der 30. Minute zum 1:0, zwei Minuten später legte Florian Schön mit einem starken Abschluss das 2:0 nach. In der 43. Minute erhöhte Filip Kukucka auf 3:0. Haringsee forderte Abseits, Hauskirchens Sektionsleiter Julian Trötzmüller verweist dagegen auf neutrale Zuschauer, die den Treffer als sauber herausgespielt gesehen hätten. Drei Chancen, drei Tore, und ein Gegner, der aus Hauskirchner Sicht überraschend passiv blieb.
Haringsee-Trainer Lukas Kiss saß nach seiner Gelb-Rot-Sperre auf der Tribüne und sah seine Mannschaft erst nach 45 Minuten im Spiel ankommen. In der Kabine wurde es in der Pause laut, Kiss selbst durfte nicht hinein. Was danach kam, beschreibt er so: „Die zweite Halbzeit hat angefangen wie ein Zug.“ Fabian Gold verkürzte in der 56. Minute, eine Minute später traf Philipp Puschina zum 2:3, in der 62. Minute glich Puschina aus. Haringsee hatte danach weitere Möglichkeiten, darunter einen Lattentreffer, bei dem niemand am Platz sicher sagen konnte, ob der Ball hinter der Linie war. Auch Kiss nicht, auch Trötzmüller nicht.
In Hauskirchen überwiegt die Selbstkritik. „Du darfst eine tote Mannschaft nicht mehr zurückkommen lassen“, sagt Trötzmüller. Die Ausfälle will er nicht als Ausrede gelten lassen, die aufgebotene Elf habe genug Qualität gehabt. Hauskirchen wartet damit seit drei Spielen auf einen Sieg: Niederlagen gegen den SK Spannberg und den SC mapo Marchegg, nun das Remis nach 3:0-Führung. Die Defensivstabilität der ersten Runden müsse wieder her, und zwar schnell. Nächste Woche steht das Derby an, und dort gibt es für Trötzmüller nur ein Ziel: drei Punkte.
Kiss nutzte das Gespräch auch für Kritik an einer Regel, die mit dem Spiel selbst wenig zu tun hat. Verletzte Spieler, die eine Unterbrechung verursachen, müssen eine Minute vom Platz – mit Ausnahmen, die jeder Schiedsrichter anders auslegt. „Das ist die achte Runde und die achte Auslegung dieser Regel“, sagt Kiss. Den Schiedsrichter nimmt er dabei ausdrücklich in Schutz, die Regel selbst halte er für schädlich. Viele 50:50-Entscheidungen seien zwar an Hauskirchen gegangen, gekostet habe das seine Mannschaft aber nichts.