Bad Pirawarth hat in Großengersdorf einen klaren 1:4-Auswärtssieg eingefahren — und das trotz einer Phase, in der auch Gäste-Trainer Philipp Wildprad kurz die Augen zudrücken musste. Für Großengersdorf wurde eine turbulente Viertelstunde kurz vor der Halbzeitpause zum absoluten Verhängnis.
Rot, Elfmeter, Zusammenbruch — alles in fünf Minuten
Bad Pirawarth ging durch Mayr (12.) in Führung. Großengersdorf war noch im Spiel — bis zur 25. Minute. Bercik stand auf der Torlinie, ein Meter vor ihm schoss der Stürmer: Der Ball traf die Hand, das Tor war verhindert. Rot, Elfmeter, 0:2 durch Svrcek (26.). Trainer Patrick Grohe brachte es knapp auf den Punkt: „Der Bercik hat nicht einmal reagieren können. Natürlich hat er gleich die Runde gekriegt: Torchancenverhinderung, Elfmeter. Doppelstrafe. Das ist hart.“
Zweite Hälfte: Großengersdorf zu neunt, trotzdem mutig
Grohe stellte auf ein Dreier-System um und warf alles nach vorne. „Ich habe die rote Karte auf ein Dreifaches umgestellt und trotzdem alles reingehauen — bei zwei Toren Rückstand geht man sie hinten nicht rein.“ Die Chancen kamen, die Kaltblütigkeit fehlte. „Wenn wir besser fertiggespielt hätten, wären wir vielleicht auf 2:2 gekommen — aber wir waren nicht kalt genug vor dem Tor.“
Stattdessen nutzten Öller (71.) und Fritsch (75.) die offenen Räume eiskalt zur Vorentscheidung. Tichy traf zwar noch zum 1:4-Ehrentreffer (83.) — mehr war nicht drin.
Wildprad: zufrieden, aber selbstkritisch
Bad Pirawarths Trainer Philipp Wildprad sah trotz des klaren Sieges auch Schwachstellen. Nach dem 0:2 zur Pause leisteten sich die Gäste eine nachlässige Viertelstunde: „Wir haben geglaubt, wir können einen Schritt weniger machen. Wenn wir da Pech gehabt hätten, wäre uns das Spiel entglitten.“ Die Lehre für ihn ist klar: „Wenn man glaubt, dass es mit einem Schritt weniger funktioniert — das tut es nicht.“ Das 3:0 und 4:0 brachten dann die Beruhigung.