Das Ergebnis sagt 4:1 für USC Kronberg. Was es nicht sagt: Dass SC Großengersdorf über weite Strecken die bessere Mannschaft war, dass der Großengersdorf-Trainer nach dem Abpfiff festhielt, sein Team habe „nicht gewusst, wie sie zwei Tore geschossen haben“ – und dass er damit nicht ganz unrecht hatte.
Kronberg startete stark, ließ in den ersten 15 Minuten Chancen aus, kam dann aber per Elfmeter in der 19. Minute zur Führung durch Steiner. Ein umstrittener Pfiff: Kronberg-Trainer Felix Wallner meinte nüchtern: „Man kann ihn geben, muss ihn aber nicht.“ Danach überließ Kronberg den Gästen das Spiel. SC Großengersdorf kombinierte sich stark durch das Zentrum, Keeper Leon Müller rettete gleich mehrfach stark für die Heimelf. Tichy nutzte in der 40. Minute einen Stellungsfehler in der Innenverteidigung aus – der Verteidiger ließ den Ball durch, weil er den Angreifer im Abseits wähnte – und glich zum 1:1 aus.
Direkt nach dem Seitenwechsel fiel das 2:1: ein Torwartfehler. Großengersdorfs Keeper ließ eine Flanke durch die Hände gleiten, Isildar musste nur noch einschieben. Groher war danach ehrlich: „Also haben wir gar nicht gewusst, wie sie zwei Tore geschossen haben.“ Kronberg vergab in der Folge mehrere klare Chancen, SC Großengersdorf blieb gefährlich und hielt das Spiel bis in die Schlussphase offen.
In der 85. Minute änderte sich die Lage schlagartig: Brem sah nach seiner gelben Karte die Gelb-Rote und musste vom Platz. Großengersdorf-Trainer Patrick Groher stellte auf Dreierkette um und wollte noch einen Punkt holen – die Räume, die er damit freigab, nutzte Kronberg gnadenlos aus. Zeilinger traf in der 89. Minute zum 3:1, Durcevic legte in der ersten Minute der Nachspielzeit das 4:1 nach.
Für Groher war das eine bittere Niederlage: „USC Kronberg war nicht stärker. Wir waren auf Augenhöhe großteils des Spiels, wenn nicht sogar im Vorteil. Aber das Ergebnis zählt.“ Wallner sah es ähnlich – und zollte den Gästen Respekt: „Wenn die daran anknüpfen, werden sie noch einigen weh tun.“