Auersthal gewinnt. Aber zufrieden ist nach dem Schlusspfiff eigentlich niemand.
1:0 gegen Haringsee, Tor in der 80. Minute durch Halil Günay – drei Punkte, Heimsieg. Für Trainer Esad Palos reicht das als Ergebnis, nicht als Leistungsbeweis: „Nicht schlecht, aber könnte besser sein. Wir haben unser Ziel erreicht.“ Die Chancen waren da – in der ersten Halbzeit zweimal groß, in der zweiten noch öfter. Nur die Verwertung fehlte. „Erste Halbzeit zwei Riesenchancen – du musst mindestens eine davon machen. Dann hast du Ruhe“, sagt Palos. Die Chancenverwertung bleibt das zentrale Thema bei Auersthal: In der zweiten Halbzeit kamen drei, vier weitere große Möglichkeiten – das Ergebnis hätte deutlicher ausfallen können. „Wenn wir das in den Griff kriegen, werden wir gefährlich“, ist Palos trotzdem überzeugt.
Den einzigen Treffer des Tages erzielte schließlich Günay in der 80. Minute – nach einem Dribbling von Ömer Ünal und einem Abpraller aus kurzer Distanz.
Palos lässt das nicht los – aber er lässt sich auch nicht aufhalten. Noch am Abend fuhr er nach Kronberg, um sich den nächsten Gegner anzuschauen: SV Großkrut. „Ich kenne die Mannschaft nicht, habe ein bisschen spioniert.“ Danach folgt USV Gaweinstal – beides Heimspiele. „Jetzt spielen wir noch zweimal daheim. Wenn wir das schaffen, was wir wollen, sind wir auf dem richtigen Weg.“
Auf der anderen Seite steht Lukas Kiss – und sein erster Nachmittag als Verlierer in dieser Saison. Nach zwei Siegen und zwischenzeitlicher Tabellenführung kassiert Haringsee die erste Niederlage. Kiss ordnet das sachlich ein: „Das war mir klar, dass der Tag kommen wird. Unser Ziel ist nicht ungeschlagen zu bleiben, sondern in die obere Tabellenhälfte zu kommen.“
Was ihn mehr beschäftigt als das Ergebnis: Seine Mannschaft hat nicht ihr eigenes Spiel gespielt. „Wir spielen leider nicht unser Spiel, sondern ihr Spiel – das wollen wir gar nicht. In der Halbzeit habe ich den Spielern gesagt: Wir wollen ein Tor machen, aber es hat keiner eine Idee, wie.“ Auersthal habe ein Spiel aufgezwungen, auf das Haringsee keine Antwort fand. „Es war ein richtig dreckiges Spiel in Wahrheit.“
Einen Lichtblick gab es trotzdem: Torhüter Roman Hübl. Kiss ohne Umschweife: „Trotz der Niederlage würde ich sagen: Man of the Match. Klingt blöd, wenn du verlierst – aber jeder, der da war, glaubt, dass das die beste Leistung eines Spielers am Feld war.“
Für Gesprächsstoff nach dem Abpfiff sorgte Schiedsrichter Nihad Osmanovic. Kiss versuchte, ihn anzusprechen – Osmanovic verließ das Feld ohne Handschlag und drohte mit einer Anzeige: „Geh zu deiner Mannschaft oder ich muss eine Anzeige schreiben.“ Kiss dazu: „Nicht die Hand zu geben ist einfach nicht gentlemanlike. Wahrscheinlich hat er schon gewusst, warum er reingeht.“