Im Spitzenspiel der 8. Runde wollte keiner den ersten Fehler machen. „Wir haben beide gewusst, wenn da ein Tor fällt, dann wird es für die andere Mannschaft ganz schwer“, sagt Orth-Trainer Markus Geissler. Sein Kronberger Kollege Felix Wallner sieht es genauso: Wer das erste Tor gemacht hätte, hätte die Partie gewonnen. Es traf keiner.
Beide Mannschaften kannten einander genau, und keine traute sich, voll anzupressen. Geissler erklärt das mit der Offensivqualität auf beiden Seiten: Wer hoch presst und überspielt wird, lädt die schnellen Leute des Gegners ein. Kronberg war in der ersten Halbzeit selbst überrascht, wie viel Zeit es in der eigenen Hälfte am Ball hatte. So kam die Mannschaft gut ins Spiel, Großchancen spielte sie aber nicht heraus.
Nach der Pause kam Orth aktiver aus der Kabine. Die größte Chance des Spiels hatte Roman Sabler in der 54. Minute. Kronbergs Goalie Leon Müller parierte, für Geissler war das „ein Mörderreflex“. Danach übernahm Kronberg wieder das Kommando. Wallner führt das auf die Orther Wechsel zurück, nach denen der Gegner etwas die Ordnung verloren habe. Drago Durcevic scheiterte an Stefan Polainko. Wallner selbst wechselte bewusst spät, weil die Mannschaft gut im Spiel war und er nichts ändern wollte.
Bemerkenswert ist der Punkt wegen Kronbergs Personallage. Zehn Spieler fielen aus, die meisten wegen Krankheit, und Wallner saß selbst als dritter Feldspieler auf der Bank. „Deswegen nehmen wir den Punkt auf jeden Fall mit.“
In der Tabelle bleibt Orth mit 17 Punkten knapp vor Kronberg mit 16. Orth muss nun zu Tabellenführer Auersthal, der 21 Punkte hat. Mit einem Sieg hier wäre das laut Geissler „ein Spiel um Platz 1“ gewesen. Sein Mindestziel sind fünf Punkte aus den nächsten drei Spielen, sonst habe Orth mit ganz oben nichts mehr zu tun. Kronberg fährt nach Hohenau/Hausbrunn und sieht sich dort als Favorit. Wallner hofft, dass bis dahin einige Spieler zurückkommen.